Mittwoch, 26. Juni 2013

Tutorial: Lorelei ohne Reißverschluss - dafür mit Gummizugbund

Das Trägerkleid Lorelei ist eines unserer Kleider-Favoriten. HIER ist unser derzeit aktuelles Exemplar zu finden.
Bei Kinderkleidern finde ich Reißverschlüsse nicht sehr praktisch, daher habe ich mir eine Schlupf-Rein-Variante für das Kleid überlegt. Mit Gummizugbund. 
Mit freundlicher Genehmigung von Andrea (Jolijou) zeige ich euch heute, wie es geht:

So sieht das fertige Ergebnis hinten aus: 
 
 

Und so wird's gemacht:
Natürlich braucht Ihr zunächst das ebook Lorelei. Keine Angst vor dem Ausdruck des Schnittmusters, es gibt hier nix zu kleben, alle Teile werden am Stück ausgedruckt und es sind nur ein paar Seiten.

Folgende Schnittteile müssen anders als in der Anleitung angegeben zugeschnitten werden:

Teil 2 - Rückenteil oben
Das Original-Teil verläuft etwas schräg an der Oberkante. Für das zu ändernde Schnittteile messt Ihr die höhere Kante (variiert je nach gewählter Kleidergröße) und schneidet einen Streifen in dieser Höhe zu (plus Nahtzugabe). Die Breite des geänderten Streifens beträgt die anderthalbfache Breite des Original-Schnittteiles (plus Nahtzugabe, und Achtung, das Teil wird im Bruch zugeschnitten!).
Das Teil wird 2 mal zugeschnitten.
Teil 3 - Bruststreifen
Einen der beiden Bruststreifen schneidet Ihr wie im Schnitt angegeben zu. Der ist für die Vorderseite des Kleides.

Für den Bruststreifen der Rückseite macht Ihr folgendes:
Das Teil in 1,5-facher Breite zuschneiden, die Höhe bleibt gleich wie beim Original-Teil.
Auch dieses Schnittteil benötigt Ihr (wie auch schon das Teil 2) in doppelter Ausführung.


Alle anderen Teile des Kleides werden zugeschnitten wir im Schnitt vorgesehen.

Nun geht's auch schon an's Nähen:

Die Vorderseite des Kleides (Schritte 1 bis 6 der Anleitung) wird genau nach Anleitung hergestellt - hier ändert sich nichts.

Bei der Rückseite geht Ihr wie folgt vor:
Ein Teil 2 (bei mir lila) und ein Teil 3 (bei mir türkis) an einer der langen Seite rechts auf rechts aneinander nähen.
Bei den anderen beiden Teilen 2 und 3 das selbe.
Die beiden dadurch entstandenen Streifen legt Ihr links auf links aufeinander (siehe Fotos).
Nicht mit Nadeln feststecken, da im nächsten Schritt überall Nähte gesetzt werden.
 


Nun werden die Unterteilungen für den Gummizug genäht.
Insgesamt setzt Ihr zunächst der langen Kante entlang jeweils oben und unten im Abstand von 1 cm zum Rand eine Naht, einmal quer über das ganze Teil. Dann folgen vier weitere Nähte. Wie auf dem Foto zu sehen ist, haben diese einen einigermaßen gleichmäßigen Abstand zueinander, der tatsächliche Abstand hängt von der Kleidergröße des Kleides ab.
Hinweis zum Foto: Hier seht Ihr ganz oben am Rand eine weitere Naht ca. 2 mm vom Rand entfernt. Die sollte auf eurem Teil NICHT drauf sein, bitte nicht irritieren lassen (war ein Versehen meinerseits...).
Insgesamt habt Ihr nun 5 parallel verlaufende Tunnels über das gesamte Teil, die oben und unten jeweils einen Abstand von 1 cm zum Rand haben. 


Nun wird der Gummizug eingefädelt.
Dafür schneidet Ihr Gummibandstücke zu.
Ihr benötigt insgesamt fünf Gummibänder in folgender Länge:
Exakt gleich lang wie die Breite des vorderen Bruststreifens, den Ihr nach Anleitung zugeschnitten habt. Auf dem Foto hab ich das Maß am bereits fertig gestellten Vorderteil genommen:


Die Gummibänder werden mittels einer Sicherheitsnadel nacheinander in die Tunnels eingefädelt und jeweils rechts und links bündig mit ein paar Stichen innerhalb der Nahtzugabe gut fixiert.
Am Ende sieht das Ganze dann so aus:

Das nun vorliegende Teil verwendet Ihr zur Herstellung der Rückseite des Kleides. An den Bruststreifen wird der erste der zugeschnittenen weiteren "breiten" Streifen genäht, wobei Ihr darauf achten müsst, den Bruststreifen beim Annähen auf die eigentliche Länge zu dehnen (klaro, oder?). Es folgen das Annähen der weiteren Streifen, wie auch schon beim Vorderteil.

Die Schritte 7 und 8 der Anleitung entfallen bei der Gummizug-Version.

Zum Schluss wird noch das Schrägband als Träger und Einfassung angenäht. Hier einfach nicht wie in der Anleitung (Schritt 9) beschrieben beim Reißverschluss (gibt es ja nicht...) beginnen, sondern ein langes Stück Schrägband zuschneiden (wir brauchen nur ein Teil, keine zwei, dafür doppelte Länge), mit dem Einfassen an der Spitze einer der beiden Brustvorderteile beginnen, wobei ein Stück von ca. 30 cm überstehen sollte. Dann einmal ringsum annähen, dabei im Bereich des Rückens wieder das Schnittteil mitdehnen, Ihr landet am Ende automatisch bei der Spitze des anderen Brustteiles. Die nun noch rumhängenden Enden werden bei der Neckholder-Variante im Rücken verknotet oder - wie bei mir bei der Schulterträgervariante - am Rückenteil festgenäht.

Ich übernehmen keine Gewähr für das Gelingen - bei Fragen dürft Ihr euch gerne per mail an mich wenden.

Ich wünsche viel Spaß beim Nachnähen!

Kommentare:

  1. Danke, vielleicht mach ich es das nächste mal auch so.
    Das piekst nicht so unterm Arm ;)

    AntwortenLöschen
  2. puhhh, das hört sich kompliziert an. Aber ich werde es versuchen. Danke für deine Mühe!

    Viele liebe Grüße
    Alexandra

    AntwortenLöschen
  3. Huhu Steffi,ich bin gerade dabei und Du hast mir jetzt das Tüfteln erspart,vielen lieben Dank dafür <3 <3 <3

    Liebe Grüsse von Nina.

    AntwortenLöschen
  4. Und da hab ich schon eine Frage ;)

    Sind verändertes Rückenteil und verändertes Bruststreifenteil gleich lang???

    Das Rückenteil oben ist vor dem Zuschneiden 1,5 mal so gross,also nach dem Zuschneiden 3 mal so lang,wie das eigentliche Schnittteil,also 1,5 +1,5 des ursprünglichen SMteils? Plus NZ.

    Das Brustteil für hinten ist nach dem Zuschneiden 1.5 mal so gross,also das Schnittteil nur 1,25 mal grösser?
    Worauf bezieht sich beim Brustteil das 1,5 mal grösser,auf das Smteil oder auf das fertige Teil?

    Im Originalschnitt sind Teil 2(Rücken oben) und Teil 4 (Bruststreifen) ja gleich lang,sind die dann auch gleich lang,wenn sie vergrössert werden?

    Sieht jetzt in den Fotos so aus jedenfalls.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo,
      ja, beide Teile sind gleich lang bzw. breit. Beide Teile sind 1,5 mal so breit wie die Original-teile, nicht 1,25 oder 3 mal. Der Faktor 1,5 bezieht sich sowohl auf das Schnittteil als auch auf das fertig zugeschnittene. Wenn du beim Schnittteil die halbe Länge hinzu gibst, erhältst du beim zugeschnittenen Teil ebenfalls die 1,5fache Länge, nicht die dreifache.

      Zur Veranschaulichung ein kleines Rechenbeispiel dazu: Angenommen dein Original-Schnittteil wäre 10 cm lang. 1,5fach ist sind es dann 15 cm. Das fertig zugeschnittene Teil beträgt in diesem Fall im Original 20 und in der 1,5fachen Version 30 cm (=1,5 von 20 cm).
      Liebe Grüße Steffi

      Löschen
    2. Dicker Knutsch,dankeschön <3
      Liebe Grüsse von Nina.

      Löschen
  5. Toll!!! Vielen Dank für diese Anleitung. Letztes Jahr habe ich das Kleid auch schon genäht. Aber meine Tochter mochte es nicht, wegen dem Reißverschluss unterm Arm!!! Dabei war es sooo süß. Jetzt ist es leider zu klein. Es muss ein Neues her und für die große Tochter gleich auch eines... nach deiner Anleitung!!!
    Liebe Grüße
    Meike

    AntwortenLöschen
  6. Herzlichen Dank! Das ist viel besser als mit Reißverschluss!

    Liebe Grüße
    Tanja

    AntwortenLöschen
  7. Huhu :-)
    Super gemacht mit dem Tutorial. Das erleichtert wirklich einiges. Nur hab ich einmal fast falsch zugeschnitten. Du schreibst: Teil 2" und das ist auch das "Schnittteil 2" und bei Teil 3 ist es aber das Schnitteil 4. Das verwirrt bisschen, aber habs dann gleich gemerkt,lach.
    Vielen vielen dank <3

    Gruß Petra

    AntwortenLöschen
  8. Vielen dank für diese tolle Anleitung! Habe meiner Großen endlich das Geburtstagskleid genäht! Dank deiner Anleitung, war alles kein Problem! ;-)
    LG Melanie

    AntwortenLöschen